Alarmübung bei den Bergfreunden

VonPatrick Schuparra

Alarmübung bei den Bergfreunden

Wir schreiben Samstag, 23.11.2019, 08.23 Uhr – ein trüber, nebliger Novembermorgen. Eine Vielzahl an Kirchentellinsfurter Bürgerinnen und Bürger liegt noch friedlich im Schlaf, doch bei den Bergfreunden im Kirchemer Tal wird bereits gewerkelt. Zumindest solange, bis einer der Mitarbeiter – zufälligerweise gleichzeitig auch Brandschutzhelfer im Unternehmen – einen dumpfen Knall im zweiten Obergeschoss vernimmt und Rauchschwaden aus einem der Büroräume ziehen sieht.

08.25 Uhr – „Piep, piep, piep, piep….. – F3 Gebäudebrand – unklare Rauchentwicklung Gewerbepark Carl Schirm – Übungsalarm für die Feuerwehr Kirchentellinsfurt“ dröhnt es aus  55 Meldeempfängern, verteilt im gesamten Gemeindegebiet. Die ILS Tübingen alarmiert zu einer unangekündigten Alarmübung.

Vor Ort eingetroffen bot sich dem ersten Gruppenführer folgende Lage: Rauchentwicklung im 2.ten OG des Bergfreunde-Office, es befindet sich noch eine unbekannte Anzahl an Personen im Gebäude. Sogleich schickte das erste Fahrzeug Atemschutzgeräteträger in das Gebäude, um den Brandherd zu lokalisieren und die vermissten Personen möglichst schnell in Sicherheit zu bringen. Unterdessen trifft das zweite Löschfahrzeug ein, welches auf der Kusterdinger Str. Position einnimmt und das erste Löschfahrzeug bei den Such- und Löschmaßnahmen unterstützt. Kurze Zeit später trifft der Einsatzleitwagen, der Rüstwagen zusammen mit der Anhängeleiter und der Gerätewagen Transport an der Einsatzstelle ein. Fiktiv wurde zeitgleich mit der Feuerwehr Kirchentellinsfurt die Drehleiter samt Führungsfahrzeug aus Tübingen alarmiert. Da sich nach kurzer Einweisung in die Lage bereits abzeichnete, dass man es aufgrund der enormen Größe des Objekts möglicherweise mit einem längeren Einsatz zu tun bekommen könnte, wurden vom Einsatzleiter im Laufe des Einsatzes insgesamt vier weitere Löschzüge aus dem Umland angefordert: Atemschutzgeräteträger, Material – alles muss rechtzeitig „nachgeordert“ werden um im Ernstfall ohne Verzögerungen an der Einsatzstelle arbeiten zu können. Die Alarmstufe wurde bereits kurz nach Eintreffen an der Einsatzstelle aufgrund der Rückmeldung, dass sich noch Personen im Gebäude befinden, erhöht.

Die zwei verletzten Personen konnten bereits nach kurzer Zeit aus dem Brandobjekt ins Freie verbracht werden, in Summe wurden noch weitere vier betroffene im Einsatzverlauf aus dem Gebäude aus verschiedenen Stockwerken evakuiert. Nach knapp 1,5 Stunden konnte dann auch „Feuer aus!“ gemeldet werden, sodass es nun ans Aufräumen und Wiederbestücken der Fahrzeuge gehen konnte. Wir ließen es uns natürlich außerdem auch nicht nehmen, bei dieser Gelegenheit direkt eine kleine Führung durch das Objekt zu bekommen. Diese Art von Informationen ist für die Feuerwehr von enormer Wichtigkeit, da so im Ernstfall schon erste Erfahrungen mit dem Objekt vorliegen und daraus nicht zu vernachlässigende Zeitvorteile entstehen.

An dieser Stelle nochmal einen großen Dank an die Bergfreunde, die in Kommunikation und Zusammenarbeit mit der Feuerwehr eine Vorbildfunktion einnehmen. Wir freuen uns auf eine weitere, erfolgreiche Zusammenarbeit. Ein Dank geht außerdem auch an die vier Übungsmimen aus den Reihen der Jugendfeuerwehr, die ebenfalls ohne große Diskussion oder Fragestellung für die Übung bereitgestanden haben. Und zu guter Letzt natürlich auch einen Dank an alle aktiven Kameradinnen und Kameraden, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr für die Sicherheit in Kirchentellinsfurt sorgen!

Über den Autor

Patrick Schuparra

Kommandant