Hochwasser-Einsatz am Montag, 28.06.2021 – schwere Unwetter treffen Kirchentellinsfurt erneut

VonPatrick Schuparra

Hochwasser-Einsatz am Montag, 28.06.2021 – schwere Unwetter treffen Kirchentellinsfurt erneut

Der letzte große Einsatz (Hagel-Unwetter) lag noch keine volle Woche zurück – schon stand uns die nächste Großschadenslage ins Haus: Am Abend des 28.06.2021 zogen erneut schwere Gewitter mit Hagel und extremen Regenfällen über den Landkreis Tübingen hinweg. Dieses Mal besonders betroffen waren die Städte und Gemeinden im Steinlachtal (Mössingen, Nehren, Gomaringen und Ofterdingen), die Härten-Gemeinden und auch Kirchentellinsfurt sollte wiederholt nicht verschont bleiben. Bereits am Montagvormittag gab der DWD für weite Teile des Südwestens in Deutschland eine Vorabinformationen heraus. Je fortgeschrittener der Tag, desto detaillierter und ortsbezogener wurden die amtlichen Wetterwarnungen: „Extrem heftiger Starkregen mit Niederschlagsmengen zwischen 50 l/m² und 70 l/m² pro Stunde, schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis 100 km/h und Hagel mit Korngrößen um 4 cm.“ Zum frühen Abend war es dann auch soweit – Warnstufe „Violett“ wurde offiziell vom DWD bestätigt und das Unwetter traf Kirchentellinsfurt mit voller Wucht.

Im gesamten Ortsgebiet fiel mit knapp 80 l/m² sogar etwas mehr Regen als ursprünglich angekündigt; dafür war der Hagel dieses Mal nicht ganz so großkörnig und schlimm wie die Woche zuvor. Doch die gefallenen Regenmengen sollten ausreichen, um im Ort zahlreiche Keller unter Wasser zu setzen, die Wannweiler Straße samt Kreisverkehr auf Höhe Fa. Real und Kreuzung Einhornstr. – Wannweiler Str. unpassierbar zu machen und auch einige Bäume hielten den Belastungen nicht stand. Zahlreiche Einsatzstellen wurden über den europaweiten Notruf 112 oder direkt bei uns im Feuerwehrhaus gemeldet, von den Kameradinnen und Kameraden nach Dringlichkeit priorisiert und dann schnellstmöglich abgearbeitet. Knapp 40 Frauen und Männer der Einsatzabteilung waren zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Tagen im Einsatz, um den Bürgerinnen und Bürgern in Kirchentellinsfurt schnellstmöglich zu Hilfe zu eilen.

Im weiteren Verlauf des Abends schwoll die Echaz dann immer bedrohlicher an: Innerhalb von nur wenigen Stunden erhöhte sich deren Pegel auf 2,37 Meter was zur Folge hatte, dass seitens der Feuerwehr Kirchentellinsfurt sowohl die Brücke Wannweiler Straße als auch die Brücke Einhornstraße wegen Überflutungsgefahr gesperrt wurden. Bereits frühzeitig wurde der Sandsack-Container der Feuerwehr Kirchentellinsfurt ins Tal verbracht, um dort Firmen und Anwohner schutzbringende Sandsäcke zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der – bei anhaltendem Pegelwachstum – zu erwartenden massiven Überflutungen im Tal wurden weitere Sandsack-Container von den Feuerwehren Mössingen, Tübingen-Lustnau und aus dem Landkreis Böblingen angefordert.

Glücklicherweise ließ der Regen immer mehr nach, sodass sich der Echaz-Pegel sehr bald stabilisierte und in Folge wieder leicht zu sinken begann. Sorgen machte zu diesem Zeitpunkt dann nur noch der Neckar – dieser wurde nämlich mittlerweile mit Pegelständen jenseits der 5 Meter vorhergesagt. Doch auch hier entspannte sich die Lage glücklicherweise, sodass die Einsatzstellen weiter nach Priorität abgearbeitet werden konnten.

Während des gesamten Abends stand die Feuerwehr Kirchentellinsfurt in regelmäßigem Kontakt mit dem Führungsstab des Landkreises Tübingen, dem Führungsstab des Landkreises Reutlingen und der Feuerwehr Reutlingen um die Gesamtlage richtig einschätzen und die resultierenden Konsequenzen ziehen zu können. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr bedanken, die innerhalb weniger Tage erneut gezeigt haben, dass man sich in Kirchentellinsfurt stets auf sie verlassen kann. Ein großes Dankeschön geht außerdem an:

 

  • Das Team des Bauhof Kirchentellinsfurt für die Unterstützung mit Mannschaft und Gerätschaften
  • Die Feuerwehren aus Tübingen-Lustnau, Mössingen sowie den Kameradinnen und Kameraden aus dem Landkreis Böblingen für die geleistete Überlandhilfe
  • Dem HvO Kirchentellinsfurt / Kusterdingen für die Absicherung der Einsatzkräfte und das Bereitstellen von Verpflegung über die gesamte Dauer des Einsatzes
  • Dem Führungsstab aus Reutlingen und Tübingen sowie der Feuerwehr Reutlingen für die zur Verfügungstellung von Informationen & die sehr gute Zusammenarbeit
  • Und nicht zuletzt auch den Bürgerinnen und Bürgern aus Kirchentellinsfurt, die sich – trotz der teils schwierig einzuschätzenden Lage – immer ruhig, besonnen und verständnisvoll gegenüber den Einsatzkräften gezeigt haben.

 

Über den Autor

Patrick Schuparra

Kommandant